Wer oder was ist Ashoka?

Wer oder was ist Ashoka?

Ashoka
Ashoka Logo

Ashoka ist die älteste und größte Organisation zur Förderung von Sozialunternehmern (englisch: Social Entrepreneurs, Kurzform: Socialpreneur). Sie ist eine überkonfessionelle, überparteiliche Non-Profit-Organisation mit Hauptsitz in Arlington County (Virginia, USA). Sie betreibt weltweit ca. 70 gemeinnützigen Tochtergesellschaften.

Gegründet wurde Ashoka: Innovators for the Public im Jahre 1980 von Bill (William) Drayton in Washington, D.C.. Die Entscheidung traf er 1978 als stellvertretender Leiter der amerikanischen Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency, EPA). Über 15 Jahre trug er diese Idee in sich.

Ashoka sucht und fördert weltweit Socialpreneurs, sogenannte Ashoka Fellows. Die Ashoka Fellwos erhalten Beratung, Netzwerke (aktuell ca. 2.000 Ashoka Fellows) sowie finanzielle Unterstützung.

Ashoka sucht und fördert weltweit Socialpreneurs, sogenannte Ashoka Fellows. Die Ashoka Fellwos erhalten Beratung, Netzwerke (aktuell ca. 2.000 Ashoka Fellows) sowie finanzielle Unterstützung.

Der bekannteste Ashoka Fellow ist Muhammad Yunus, der Gründer der Grameen Bank. Er erhielt für sein Mikrokredit-Programm 2006 den Friedensnobelpreis.

Bill Drayton
Thomboone, BillDraytonF7, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
https://en.wikipedia.org/wiki/File:BillDraytonF7.jpg

Wer ist Bill Drayton?

1943 ist Bill Drayton in New York City geboren. Er studierte in Harvard (Bachelor of Arts), Oxford (Wirtschaft) und Yale (Recht). Danach arbeitete er für fast zehn Jahre bei McKinsey. In seiner Ausbildungszeit initiierte er unterschiedliche Plattformen für sozialen Austausch, z. B. Asia Society und Ashoka Table.

Woher kommt der Name Ashoka?

Der Name: Ashoka ist ein Wort, das sich in fast allen Sprachen der Welt aussprechen lässt. Es kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „das aktive Überwinden von Missständen“ oder “ohne Sorge”.

Der Name verweist auf den indischen Fürsten Ashoka, der sich im 3. Jahrhundert vor Christus nach Jahren kriegerischer Herrschaft auf dem indischen Subkontinent für Toleranz, Freiheit und ökonomischen Wohlstand einsetzte.

 

Wie entstand das weltweite Ashoka Fellow Netzwerk?

Zu Beginn von Ashoka fragte sich Bill Drayton folgendes:

  • Wie lässt sich ein System schaffen, das Sozialunternehmer entdeckt, bevor sie bekannt sind?
  • Wie können wir ein Systems strukturieren, dass es unabhängig von einer Person funktioniert?
  • Wie lässt es sich weltweit betreiben?

Folgender Grundsatz leitete ihn dabei:

Für Ashoka sind fünf Aspekte entscheidend

  • neue Idee
  • Vision
  • Leidenschaft
  • Entschlossenheit
  • Moral

Bill Drayton fasst dies wie folgt zusammen:

Wie wählt Ashoka einen Fellow aus?

Schritt 1

Nomination

Der Auswahlprozess beginnt mit der Nominierung des Socialpreneurs. Er wird von anderen vorgeschlagen oder nominiert sich selbst.

Schritt 1
Schritt 2

National evaluation

Ein national ausgerichtetes Gremium (national evaluation) entscheidet im
ersten Schritt über die Nominierungen. Eine zentrale dabei ist: “Hat
der Kandidat eine neue und möglicherweise Schule machende Idee?”.

Schritt 2
Schritt 3

International evaluation

Passiert eine Nominierung dieses Gremium, so wird es von einem
Zweitgutachter aus einem anderen Land (international evaluation)
beurteilt. Dieser kann unabhängig von nationalen Aspekten den Antrag
bewerten und ermöglicht dem nationalen Komitee bei einer Absage an den
Kandidaten einen Gesichtsverlust.

Schritt 3
Schritt 4

Selection panel

Bekommt ein Kandidat vom Zweitgutachter ebenfalls eine Zusage, so kommt
sein Antrag vor ein Auswahlgremium (selection panel). Dieses Gremium
besteht aus zwei bis fünf Sozialunternehmern aus dem jeweiligen
Heimatland des Kandidaten, einem Ashoka Vorstandsmitglied oder einem
leitenden Mitarbeiter von einem anderen Kontinent. An einem Wochenende
wird über die Auswahl entschieden. Der erste Tag dient den persönlichen
Gesprächen mit den Kandidaten, um am zweiten Tag einstimmig über eine
Annahme oder Absage zu entscheiden.

Schritt 4
Schritt 5

Final approval by Global Boards of Directors

Am Ende entscheidet der Aufsichtsrat (Global Board of Directors) über die Aufnahme und gewährleistet damit eine internationale Einheitlichkeit.

Schritt 5

Welche Kriterien prüft Ashoka?

Von allen beteiligten Akteuren werden fünf Kriterien während des Auswahlprozesses betrachtet:

  1. Eine neue Idee (a new idea), welches die bestehenden Muster verändern kann.
  2. Kreativität (creativity), die mit visionärem Blick (Zielsetzungskreativität) neue Lösungen setzt (Lösungskreativität)
  3. Unternehmerische Befähigung (entrepreneurial quality) und Besessenheit ganze gesellschaftliche Felder zu verändern und sich im Laufe der Zeit nicht davon abbringen lassen.
  4. Soziale Wirkung der Idee (social impact of the idea), welche unabhängig vom sozialen Innovator multiplizierbar wäre, von der möglichst viele Menschen profitieren.
  5. Moralische Einstellung (ethical fiber) des sozialen Innovators, welches sich in dem intuitiven Vertrauen ihm gegenüber ausdrückt.

In welche Phasen unterteilt Ashoka den Socialpreneur?

Bill Drayton unterteilt die Phasen eines Sozialunternehmers wie folgt:

  • Lehrzeit: Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen führen zur Verdichtung der Idee
  • Start: Erste Schritte der Umsetzung
  • Aufschwung: Erste Erfolge und fortlaufende Verbesserung
  • Reife: Der Sozialunternehmer hat die Idee etabliert und verbreitet

Ziel von Ashoka ist es, den Socialpreneur möglichst früh zu identifizieren und zu fördern.

Zusammenfassung

Ashoka etablierte weltweit ein strukturiertes, systematisches Auswahlverfahren für Socialpreneurs. Transparenz in den Kriterien, Verschwiegenheit in den Personen und der Auswahl als zentrale Elemente der Vorgehensweise. Bemerkenswert ist die Einstimmigkeit der Entscheidung, sowie die Berücksichtigung von Vertrauen und Intuition beim Thema moralische Integrität der Kandidaten.

Weiterführende Quellen

  • Homepage von Ashoka Deutschland: http://germany.ashoka.org/
  • Bornstein, David. Die Welt verändern: Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen. 3., Aufl. Stuttgart: Klett-Cotta, 2009.
  • Artikelbild von rawpixel.com

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