Gemeinschaftsbildung

Was ist Gemeinschaftsbildung?

Der Wunsch nach einer Veränderung der persönlichen Situation und/oder unserer gesellschaftlicher Strukturen, Werte und Normen und unserer Art und Weise zusammen zu leben, verbindet viele Menschen. So entstehen auf private Initiative viele Gruppen, die sich aktiv mit der gewünschten Veränderung befassen. Manche sehen sich als eine Keimzelle für die Veränderung, die sich für die Welt wünschen. Sie bilden eine Gemeinschaft, um diese Keimzelle mit Leben zu füllen.

Doch der gemeinsame Weg wartet mit vielen Herausforderungen auf. Herausforderungen, die vor allem in der Gruppe selbst, im zusammenwirken der unterschiedlichen Menschen liegen. Leider scheitern solche Projekte noch zu oft nach 1 bis 2 Jahren an Streitigkeiten in der Gruppe. Obwohl es eine große Übereinstimmung mit der Vision, der Zielsetzung und der Vorgehensweise gibt.

Bei ›prinzip wirksamkeit‹ unterstützen wir Gemeinschaften, diesen Weg langfristig gemeinschaftlich zu gehen. Wir begleiten die Gemeinschaft eine gewisse Wegstrecke und versetzen die Menschen der Gemeinschaft in die Lage mit den Widrigkeiten, Streitigkeiten, Konflikten und unterschiedlichen (oft unausgesprochenen) Erwartungen wirksam und konstruktiv umzugehen. Unser Ziel ist es, dass die Gemeinschaft nach einer gewissen Zeit dies selbstständig, ohne uns, aktiv weiterführen kann.

»Was ich sehe, ist, dass sich eine neue Form von Anwesendwerden und von Gegenwärtigkeit erhebt, die sich spontan durch kleine Gruppen und Netzwerke zu entwickeln beginnt. Es ist eine andere Qualität der Verbindung untereinander, eine neue Art des miteinander und mit dem, was entstehen will, Anwesend- und Präsentseins.

Wenn Gruppen beginnen, von einer realen Zukunftsmöglichkeit her zu funktionieren, dann erschließen sich andere soziale Felder als diejenigen, die sie normalerweise erleben. Dies wird sichtbar durch eine veränderte Qualität des Denkens, Sprechens und des gemeinsam Handelns. Wenn dieser Übergang geschieht, verbinden sich die Menschen mit einer tieferen Quelle der Kreativität und des Wissens und lassen die Muster der Vergangenheit hinter sich.

Sie treten in ihr wirkliches Kraftzentrum ein, die Kraft des authentischen Selbst. Ich nenne diesen Vorgang eine Verlagerung in ein anderes soziales Feld, da dieser Begriff die Gesamtheit und den Typ der Beziehungen kennzeichnet, durch den die Teilnehmer eines gegebenen Systems sich miteinander verbinden.«

Otto Claus Scharmer, Theorie U

Was tun wir bei der Gemeinschaftsbildung?

Auf diese wichtige Frage gibt es keine Standardantwort. Unser Handeln orientiert sich an der jeweiligen Gemeinschaft, deren Situation und aktuelle und zukünftige Herausforderung. Unsere Vorgehensweise ist als Heidelberger WIR-Prozess bekannt.

Wir schauen vor allem auf folgende Felder:

  • Erwartungsbilder
  • Kommunikation im Sinne von Zuhören und Sprechen
  • Grundbedürfnisse und Kompetenzen
  • Potenziale der Akteure und der Gruppe
  • Entscheidungsprozesse

 

Basis für unsere Arbeit sind unsere Werte und Annahmen.

Unsere Werte und Annahmen

Wir arbeiten mit Komplexität und Dynamik

Wir leben in einer komplexen und dynamischen Welt. Komplex bedeutet, dass wir die Folgen unseres Handeln nicht bestimmen können. Dynamisch bedeutet, dass sich unsere Welt und deren Wirkzusammenhänge mit hoher Geschwindigkeit verändern.

Um wirksam in unserer komplexen und dynamischen Welt zu agieren, braucht es die Komplexität und Dynamik von mehreren Menschen, die in einer Gruppe zusammenarbeiten.

Wir machen uns überflüssig

Durch unser Handeln möchte wir die Kompetenz des Kundensystems (z. B. Konfliktlösungskomptenz, Problemlösungskompetenz, …) anregen, stimulieren, erhöhen. So dass sich Individuen neue Sichtweisen, Fähigkeiten, Kompetenzen aneignen können. Unser Ziel ist es, uns im Kundensystem überflüssig zu machen.

Wir achten auf die Wirksamkeit unserer Arbeit

Methoden und Tools sind Teil unseres Wissen. Gleichzeitig wissen wir um die Beschränktheit von Methoden, Tools und Musterlösungen. Wir lassen uns in einem offenen, konstruktiven Prozess von unserer Erfahrung, unserer Intuition und unserer Achtsamkeit inspirieren. In diesem Sinne zählt nicht die erfolgreiche Anwendung einer Methode, sondern die Wirksamkeit unserer Arbeit.

Welche Tools unser Handeln leiten, erfahren Sie hier.

Wir nutzen das Situationspotenzial

Wir nutzen das Situationspotenzial, um einen Möglichkeitsraum zu eröffnen, der die Wirksamkeit einer Gruppe und der Individuen erhöht. Dabei glauben wir nicht an lineare Planbarkeit solcher Prozesse, sondern an einen arabesken Erkundungsprozess. Dieser Erkundungsprozess ist seinerseits eine wesentliche Voraussetzung für die Identifikation mit einer Gruppe.

Wir integrieren paradoxe Bedürfnisse

Alle Menschen sehen sich nach Autonomie, Verbundenheit, Beständigkeit, Wandel, Respekt, Anerkennung, Akzeptanz, gesehen werden. Alle Menschen tragen das Paradoxe (z. B. Autonomie und Verbundenheit) in sich. Das Ziel ist nicht, diese Paradoxie aufzulösen, sondern diese zu bewusst zu integrieren.

Wir fördern eine gemeinsame Sprache

Unser Denken prägt unser Handeln. Unsere Sprache prägt unser Denken. Deshalb ist Voraussetzung für ein gemeinsames Verständnis ein gemeinsames Sprachverständnis. Ohne gemeinsame Sprache, gibt es keine gemeinsame Vorgehensweise (sondern laufend Überraschungen auf dem "gemeinsamen" Weg). Basis für eine gemeinsame Sprache sind Zuhören können, Begrifflichkeiten vereinheitlichen und Stille.

Wir arbeiten auf Augenhöhe

Transparenz, Offenheit und Augenhöhe zwischen den Beteiligten sind elementare Voraussetzungen für einen wirksamen Prozess. Augenhöhe zwischen allen Beteiligten ermöglicht wirkliche Begegnung und erhöht damit das Potenzial einer Gruppe.

»Wir alle haben Sehnsucht nach einer guten Gemeinschaft, einer intakten Familie, einem sympathischen Freundeskreis, einer Gruppe, einer Gemeinde, einem Verein. Dort erwarten wir, akzeptiert und geschätzt zu werden und ohne Angst und Druck leben zu können.

Meine Sehnsucht nach Gemeinschaft darf aber nicht zu einer Flucht vor der Realität werden. Eine Familie, in der keine Probleme benannt werden dürfen, kann schnell zum Gefängnis werden. Ein Freundeskreis, in dem alle nur „nette“ sind und keine Kritik geäußert werden darf, verhindert Leben. Eine Gemeinde, in der „von oben“ vorgeschrieben wird, was die einzelnen zu denken und zu glauben haben, wird schnell zur lebensfeindlichen Sekte. Eine Gruppe, in der immer alles so bleiben muss, wie es einmal war, ist tot.

Eine lebendige Gemeinschaft fördert das Wachstum,
die Freiheit und die Lebenstüchtigkeit aller Mitglieder.«

Rainer Haak

Typische Einsatzfelder Gemeinschaftsbildung

  • Gründung einer neuen Gemeinschaft
  • Treffen von wichtigen Entscheidungen in einer Gemeinschaft
  • auftreten erster Konflikte
  • Situationen, in denen ein oder mehrere Konflikte eskaliert sind
  • eine Gemeinschaft hat sich gespalten und beginnt von Neuem
  • die Zusammensetzung der Gruppe ändert sich
  • eine wichtige Entscheidung fiel negativ aus und ein neuer Weg soll gefunden werden

Was Gemeinschaftbildung nicht ist

  • Eine Wunderheilung, der in einem Treffen die Konflikte auflöst
  • Eine Moderation, bei dem die Akteure auf Stühlen sitzen und zuhören
  • Ein definierte Vorgehensweise, welche nach strengen Regeln durchlaufen wird
  • Ein Zurücklehnen der Akteure, dass die anderen sich verändern müssen
Kontaktanfrage Gemeinschaftsbildung

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