Nach was richtest du deinen Tag aus?

„Bei uns zählt nur die Leistung, die Produktivität. Alles andere ist sozialer Kram, den wir uns nur leisten können, weil andere produktiv sind.“, so die Aussage vor kurzem in einem Gespräch.

Mit Selbstoptimierung in Perfektion zur Selbstausbeutung

Was tun wir nicht alles, um unsere Produktivität zu steigern. Wir belegen #Kurse, lernen neue #Methoden, optimieren uns 24-h selbst dank Smartwatch. Die kleine Pause am Abend nutzen für 10-Minuten Power-Meditation. Die Gesundheit füttern wir mit Power-Yoga und Extrem-Workouts.

Freunde bewerten wir nach ihrem „lifetime value“. Gespräche, selbst private Gespräche, führst du nur, wenn sie einen Output für dich bringen. Einschlafen nur mit entsprechender Frequenzmusik, die natürlich durch Texte einer zu lernenden Fremdsprache unterlegt ist. Du holst alles aus dir raus.

Das Leben ist kein Ponyhof

Schließlich ist das Leben kein Ponyhof und Zielerreichung schaffst du nur durch Disziplin, Struktur und Ausdauer. Schließlich hast du dich „commited“ und willst „performen“, um vor dir selbst und deinem Umfeld zu bestehen. Auf dich wartet der erste #Herzinfarkt, eine erste kleine Auszeichnung, dass du für die Firma und für deine Ziele über deine #Schmerzgrenze gehst.

Die zweite Auszeichnung kommt erst danach, der Burnout (du hast ja alles aus dir rausgeholt, jetzt bist du ausgebrannt), die Depression. Jetzt hast du es allen gezeigt, du kennst keine Grenzen, für die Ziele der Firma und deine Karriere opferst du sogar dich selbst. Früher hättest du einen Orden dafür bekommen. Im Felde der Ehre gefallen, nannten sie es früher, heute: Auf dem Bürostuhl der Karriere ausgebrannt.

Du bist der Hase

Mach was aus dir! Du hast ultra-viel Potenzial, ruft es von allen Seiten. Die Erwartungen sind hoch. Du willst keinen enttäuschen, vor allem dich selbst nicht. Merkst du nicht, wie sie dich vor sich her treiben, wie ein Hase mit einer Karotte vor der Nase, die er nie erreicht. Mit dieser Einstellung wirst du dein wahres Potenzial niemals ausschöpfen.

Bist du eine Zitrone oder ein Samen?

Du lebst, als wärst du eine Zitrone, die sich zum Ziel gesetzt hat, sich selbst auszupressen, bist wirklich nichts mehr drin ist. Am Ende bist zu leer, ausgelaugt und landest im Biomüll. Oder bist du ein Samen, der unendlichen Potenzial in sich trägt, der langsam aufgehen möchte, sich entwickeln und entfalten möchte. Mit den Widrigkeiten des Lebens, trotz des Windes, trotz der Trockenheit und den Gefahren, die das Leben mit sich bringt? Um am Ende deine in dir angelegte Schönheit und Wirkungskreis zur vollen Entfaltung zu bringen, aufzublühen im Rausch des Lebens?

Aber wie könnte ich das?

Dabei gibt es Alternativen: Dein Ego nicht mit Leistung füttern, sondern mit Achtsamkeit dich selbst erkennen. Dazu brauchst du kein Seminar, kein Training, kein Buch, keinen Ratgeber, keinen Coach, keinen Podcast. Du trägst alles in dir.

Diese Worte von Alan Watts könnten dein erster Schritt zu mehr Achtsamkeit sein. Oder wonach richtest du deinen Tag aus?

 
 

Doch Achtung, einmal diesen Weg eingeschlagen, gibt es kein zurück mehr. Ist wie bei Matrix: Willst du die rote oder die blaue Pille? Rot ist die Achtsamkeit.

Leistung und Achtsamkeit ist kein Widerspruch

Nein, im Gegenteil. Achtsamkeit fördert Leistung, aber nicht durch externe Faktoren, sondern durch innere Präsenz. Achtsamkeit erzeugt als Nebenprodukt Leistung. Doch sie erzeugt vor allem Bewusstsein für einen selbst, für seinen Weg – und für das, was nicht mehr der Weg sein wird.

Achtsamkeit zu üben, um mehr leisten zu können? Kannst du machen, warum nicht. Du wirst zwar länger brauchen, aber jeder Schritt zählt!

Achstamkeit ist kein Ziel, Achtsamkeit ist auch kein Weg, Achtsamkeit ist keine Methode. Achtsamkeit ist Präsenz, ist Leere für den Augenblick.

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